PISA hat gezeigt, was viele schon lange vermuten. Viele Kinder mit und ohne Migrationshintergrund haben so ihre Schwierigkeiten mit unserer Sprache. Vize- Bürgermeister Klaus Luger geht das Problem an: Diesen Herbst startet in Linzer Kindergärten die intensivste Sprachförderung, die Österreich bislang gesehen hat. Damit wird ein Eckpfeiler des Linzer Integrationsprogramms umgesetzt.
So funktioniert die Linzer Sprachförderung
Die Sprachentwicklung aller Kinder wird von Beginn an regelmäßig überprüft. Das Programm greift ab dem ersten Kindergartenjahr. Es wurde von PädagogInnenund SprachtrainerInnen gemeinsam entwickelt und wird spielerisch und in Kleinstgruppen in den Alltag eingebaut.
1. Jahre (3jährige): 5x wöchentlich 30 Minuten
2. Jahr (4jährige): 3x wöchentlich 1 Stunde
3. Jahr (5jährige): 3x wöchentlich 2 Stunden
Mitten drin oder außen vor?
Sprache ist wichtig. Miteinander reden zu können ist die Grundvoraussetzung für das Zusammenleben. Gute Sprachkenntnisse sind aber auch die Basis für ein erfülltes Leben inmitten der Gemeinschaft. Ohne ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache haben Kinder Schwierigkeiten beim Lernen in der Schule. Jugendliche haben es wesentlich schwerer, in der Berufsausbildung mitzukommen. Und Erwachsene mit Schwierigkeiten beim Sprechen, Lesen oder Schreiben in deutscher Sprache haben es schwer, eine Arbeit zu finden. Wer keine Arbeit hat, steht am Rand oder außerhalb der Gesellschaft. Wie die Kinder Sprache beherrschen lernen, bestimmt also wesentlich mit, wo sie später selbst in der Gesellschaft stehen – mitten drin oder außen vor. Vize-Bürgermeister Klaus Luger ist unter anderem für vorschulische Bildung zuständig. Er bringt die sozialdemokratischen Vorstellungen auf den Punkt: „Kein Kind darf zurückbleiben!“
Jedes 2. Kind braucht Hilfe
Oft kommen Kinder aber mit großen Sprach- und Sprechproblemen in den Kindergarten. Es ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum, dass nur Kinder von MigrantInnen betroffen sind. Untersuchungen des Landes Oberösterreich zeigen, dass rund die Hälfte aller Kinder vor dem Beginn ihrer schulischen Laufbahn Schwierigkeiten mit dem Sprechen haben. Darunter auch viele Kinder mit deutscher Muttersprache. Auf die unterschiedlichen Herausforderungen muss unterschiedlich reagiert werden. „Manche Kinder haben nur kleinere Aussprachefehler, diesen Kindern kann mit bestimmten Übungen geholfen werden. Andere Kinder brauchen intensivere Hilfe, damit sie in der Sprachentwicklung aufholen können“ erklärt Klaus Luger, selbst Vater zweier Kinder.
Gleiche Chancen von Beginn an
Die Sprachentwicklung der Kinder ist eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Bildungslaufbahn. Die Sprache und die damit unmittelbar verbundene Schreibund Lesefähigkeiten sind eine wichtige Grundlage für den erfolgreichen Lebensweg eines Kindes. Damit nun alle Kinder vom Schulstart weg gleiche Chancen auf einen erfolgreichen Lebensweg haben, Vizebürgermeister Klaus Luger besucht regelmäßig die Linzer Kindergärten. baut die Stadt ihre Sprachförderprogramme laufend aus – beginnend im Kindergarten.
Sprache spielerisch lernen
Um den Kindern einen guten Schulstart zu ermöglichen, wird seit Jahren gezielt im letzten Kindergartenjahr die Sprachentwicklung gefördert, allerdings nur im letzten Krippenjahr vor dem Schulantritt. Dreimal in der Woche wurde je zwei Stunden lang spielerisch die Sprachverbesserung geübt. Um den Kindern unnötige Wege und den Eltern Zeit und Geld zu ersparen, wurden die Sprachübungsstunden in den Kindergartenalltag eingebaut.
540 Stunden ab dem ersten Tag im Kindergarten
Neuere Studien belegen, dass der Erfolg des Sprachelernens umso größer ist, je früher mit einem gezielten Sprachtraining begonnen wird. Darum kommt ab Herbst 2011 die Sprachförderung in den städtischen Kindergärten allen Kindern mit erhöhtem Sprachförderbedarf zugute. Wurde ein Kind bisher bis 280 Stunden gefördert, sind es zukünftig bis zu 540 Stunden. Klaus Luger verfolgt mit dieser Maßnahme ein klares Ziel: „Alle Kinder, die drei Jahre lang einen städtischen Kindergarten besuchen, sollen bei Schuleintritt die deutsche Sprache so gut beherrschen, dass sie dem Unterricht problemlos folgen können.“ Mit diesem österreichweit einzigartigen Programm kommt die Stadt diesem Ziel einen großen Schritt näher.





















