520.000 Mal am Tag oder sechs Mal pro Sekunde wird in Österreich eine Ampel bei Rotlicht überfahren. Zwei von drei LenkerInnen halten diese Missachtung für sehr gefährlich, wie eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt. Der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger hat eine Initiative besorgter Eltern aufgegriffen und den Ankauf einer modernen Kamera zur Überwachung der Kreuzungen initiiert. „Damit soll die Sicherheit und die Disziplin der Kfz-LenkerInnen an den Kreuzungen angehoben werden. Wer trotzdem bei Rot in die Kreuzung einfährt, riskiert 726 Euro Strafe und eine Vormerkung. Uns geht es nicht um Strafeinnahmen, sondern primär um die Sicherheit älterer Verkehrsteilnehmer und besonders der Kinder“, hält Luger fest. Der Linzer Stadtsenat befürwortete bereits den Ankauf eines neuen Kamerasystems um 100.000 Euro.
Den Anlass für die neue Stadt-Initiative lieferte ein Sicherheitsproblem im Stadtteil Urfahr. In der Vergangenheit kam es an der Kreuzung Rudolfstraße und Hagenstraße zu einer Häufung gefährlicher Situationen. Dadurch haben sich für die Schulkinder der Weberschule, die die Rudolfstraße an dieser Stelle überqueren, vermehrt Gefahrenmomente ergeben. Ausgelöst wurden diese durch AutofahrerInnen, die bei Ampel-Rotlicht in den Kreuzungsbereich eingefahren sind. Daraufhin installierte der Tiefbau Linz in einem Testbetrieb eine sogenannte Rotlicht-Kamera. Innerhalb des vierwöchigen Probebetriebes wurden knapp 600 Übertretungen festgestellt.
Mit dem neuen System wird in Zukunft eine digitale Bildtechnik für eine leichtere und schnellere Bearbeitung gesorgt. Moderne Radarsensoren werden im Gegensatz zu den alten, in der Fahrbahn verlegten Induktionsschleifen, für eine zuverlässige Erkennung der Fahrzeuge sorgen. Wenn sich an dieser Kreuzung Erfolge hinsichtlich der Verkehrssicherheit ergeben, ist geplant, auch andere neuralgische Linzer Kreuzungen in das System miteinzubeziehen.
Rudolfstraße: Rotlicht-Kamera und eigene Grünphase für Schulkinder
Mit der Unterstützung des Elternvereins und der Direktorin der nahe gelegenen Weberschule konnte Vizebürgermeister Klaus Luger trotz eines äußerst engen Budgetrahmens den Ankauf einer eigenen Kamera für diese Kreuzung initiieren. Diese sollte noch im Juli montiert werden können. Bis dahin wird der Testbetrieb aufrecht erhalten. Die im Testbetrieb aufgezeichneten Rotlicht-Sünder erhalten aber jedenfalls eine Anzeige. Damit wird die Sicherheit an dieser stark befahrenen Kreuzung vor allem für die Schulkinder erhöht werden können. Teuer kann es jene kommen, die künftig die rote Ampel missachten: Der Strafrahmen reicht bis zum Betrag von 726 Euro. Eine Vormerkung riskiert man obendrein.
Ebenfalls neu ist eine eigene Grünphase. Damit wird den Kindern und übrigen FußgängerInnen ein Begehen des Schutzweges ermöglicht, ohne dass es zu Konflikten mit dem aus der Hagenstraße einbiegenden Querverkehr kommen sollte. „Wenn sich diese Maßnahmen bewähren sollte, überlegen wir in der Stadt Linz, das auch auf andere Kreuzungen auszudehnen“, freut sich Luger über diesen zusätzlichen Schritt für mehr Sicherheit im Verkehr.




















