Die oö. Spitalsreform II hat noch gar nicht richtig begonnen, wird gegen das Linzer Allgemeine Krankenhaus mobil gemacht. Bereits zugesagte Projekte wie eine Palliativstation, Remobilisationsbetten sowie die Sanierung des Altbau E dürften in der kommenden Mittwoch stattfindenden oö. Gesundheitsplattform keine Mehrheit finden.
Im Selbstverständnis des Linzer AKh ist seit 150 Jahren verankert, besonders auf die soziale Dimension von Gesundheit zu achten. Viele Angebote wie Remobilisation, Sozialdienst oder Überleitungspflege haben sich aus dieser Tradition heraus entwickelt und bewährt.
Eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre ergibt sich aus der Bevökerungsentwicklung. Die medizinische Versorgung älterer, multimorbider PatientInnen ist längst ein Schwerpunkt quer durch alle Abteilungen im AKh, im Besonderen in der Akutgeriatrie, der Onkologie und der Aufnahmestation.
Eines der Ziele der Spitalsreform II lautet auch explizit: „Weiterentwicklung und Anpassung des medizinischen Leistungsangebotes entsprechend der demografischen Entwicklung.“ Und die „interdisziplinäre Akutnachsorge“ ist eine der Empfehlungen der ersten Spitalsreformkommission. Doch leider dürfte diese nicht für das Linzer AKh gelten.
Denn genau in diese Richtung hat das AKh wichtige Projekte beim oö. Gesundheitsfonds eingereicht: eine Palliativstation, die für ein Schwerpunktkrankenhaus mit beinahe 1000 Betten unabdingbar ist, einen Ausbau der dringend benötigten Remobilisations- und Nachsorgebetten (RNS) – mit beiden ist das AKh auch im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) vertreten. Beide Stationen sollten im dafür zu adaptierenden Bau E untergebracht werden. Das Projekt wurde von externen Experten geprüft und bis vor Kurzem auch vom Land Oberösterreich befürwortet und noch Mitte Februar auch zugesagt. Es ist auch Teil des vom Landtag beschlossenen Konjunkturpakets 2008.
Nunmehr wurde dieses für die PatientInnen des AKh entscheidende Projekt im intramurale Landtagsausschuss der Gesundheitsplattform aber mehrheitlich zurückgestellt. Die Begründung lautet wörtlich: „Da das zur Genehmigung eingereichte Projekt auf Basis des derzeitigen Leistungsspektrums geprüft wurde, wird die endgültige Genehmigung bis zum Vorliegen des Ergebnisses der Spitalsreform II zurückgestellt.“ Nicht nur, dass definitive Ergebnisse erst im Frühjahr 2012 zu erwarten sind, lässt diese Begründung den Schluss zu, dass diese Angebote in Zukunft nicht mehr im Leistungsspektrum des AKh enthalten sein sollen.
Eine Genehmigung in der oö. Gesundheitsplattform am 16. Juni ist damit mehr als fraglich. „Für das AKh und seine PatientInnen ist das eine Katastrophe. Auch aus ökonomischer Sicht ist dies fragwürdig. Denn die medizinische Nutzung des Bau E ist von langer Hand geplant, da greift ein Rad ins andere. Mit Genehmigung des Landes wird derzeit am Neubau eines Verwaltungsgebäudes gearbeitet, damit medizinische Ressourcen im Bau E frei werden. Und die würden mit einer solchen Entscheidung ungenutzt bleiben, die Räume würden leer stehen“, so die AKh-Aufsichtsratsvorsitzende Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal.
„Wenn wir wollen, dass ältere Menschen nach Akutereignissen wieder selbständig leben können, dann brauchen wir die RNS-Station. Wenn wir wollen, dass Schwerstkranke bis zuletzt in entsprechender Umgebung behandelt und betreut werden können, brauchen wir die Palliativstation im AKh. Wer diese Projekte verhindert, spart am falschen Platz oder will Stillstand im Linzer AKh!“, weist die Linzer Krankenhausreferentin Christiana Dolezal auf diese Fehlentwicklung in der Spitalsreform hin.




















