• Offensive für den öffentlichen Verkehr
• Bekenntnis zu sinnvollen Straßenneubauten
• Rasche Entscheidungen anstehender Projekte
• Neuer Schwerpunkt Verkehrsberuhigung
Den Ausbau des öffentlichen Verkehrs stellt der neue Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger in den Mittelpunkt seiner Ressortaufgaben bis zum Jahr 2015. Als ambitioniertes Ziel bezeichnet Luger den Baubeginn einer 2. Straßenbahnachse durch Linz bis zum Jahresende 2012.
Neben der Offensive für den öffentlichen Verkehr nimmt der Baubeginn des Westrings einen hohen Stellenwert ein. Zudem sollen der Baubeginn des Autobahnanschlusses Universität, eine Neukonzeption des Innenstadtverkehrs und die Erstellung eines Verkehrskonzeptes für die Wiener Straße in der Neuen Welt für Verkehrsberuhigung sorgen.
Eine rasche Entscheidungsfindung für noch offene Themen wie die Radverkehrssituation über die Nibelungenbrücke kündigt Luger ebenfalls an. Hier soll bis zum Frühjahr eine Entscheidung im Gemeinderat getroffen werden. Mit dem Land Oberösterreich möchte Vizebürgermeister Luger die Neuorganisation des Verkehrs rund um die Urfahraner Hauptstraße und den Hinsenkampplatz bereits im Jänner kommenden Jahres grundsätzlich vereinbaren.
Ein besonderes Augenmerk ist der sanften Mobilität zu schenken: „FußgängerInnen und RadfahrerInnen gehören zu den schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen. Dieser Gruppe sowie den Kindern muss daher erhöhte Aufmerksamkeit zukommen, wenn es darum geht, ein Miteinander im täglichen Verkehrsgeschehen für ein Mehr an Sicherheit zu ermöglichen“, betont Luger den Stellenwert der Verkehrssicherheit. In diesem Zusammenhang läge ihm eine umfangreiche Liste über gewünschte Fußgängerübergänge vor. Diese Liste gälte es, rasch abzuarbeiten.
Abschließend kündigte der neue Verkehrsreferent den Ausbau von Stromtankstellen im Linzer Stadtgebiet an. Strombetriebenen Autos gehöre die Zukunft vor allem im städtischen Bereich, weshalb das Verkehrsressort gemeinsam mit der LINZ AG schon heute die Infrastruktur für diese Zukunftstechnologie schaffen möchten.
1. Offensive für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs
Zweite Straßenbahnachse für Linz
2010 wird die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 auf das Harter Plateau fertig gestellt sein. Damit steht als nächstes Projekt die Errichtung einer zweiten Straßenbahnachse in den Startlöchern. Linz braucht eine zweite Straßenbahnachse östlich der Landstraße, um die städtebauliche Entwicklung nachzuvollziehen. Bekanntlich wird diese zweite Straßenbahnachse notwendig, das die Kapazitäten entlang der bestehenden Nord-Süd-Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Hinsenkampplatz erschöpft sind.
Die Klärung der Trassenführung, die Erarbeitung einer Einreichplanung und die Festlegung der Finanzierung sollen einen Baubeginn im Jahre 2012 er-möglichen.
Verlängerung der Straßenbahn auf das Harter Plateau
Mit der Verlängerung der Straßenbahn auf das Harter Plateau durch die Linz Linien ist eines der wesentlichsten Nahverkehrsprojekte im Zentralraum auf Schiene. Spätestens bis zum Herbst 2010 soll die Fertigstellung und die Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie 3 auf das Harter Plateau erfolgt sein.
Verlängerung der Straßenbahn von der Solarcity Pichling und damit einhergehend Verkehrskonzept für das östliche Pichling
Die Stadt Linz plant gemeinsam mit der LINZ AG eine Weiterführung der Linie 2 von der Solarcity bis zum Bahnhof Pichling nahe dem Pichlinger See mit einer Streckenlänge von 2,4 Kilometern und geschätzten Kosten von rund 18 Millionen Euro. Der Realisierungsbeginn hängt jedoch noch vom vierspurigen Ausbau der Westbahn und von der Weiterentwicklung eines Schnellbahnprojektes ab, das eine Zugverbindung vom Linzer Hauptbahnhof nach Enns und möglicherweise in das Untere Mühlviertel vorsieht. Dieses Projekt soll eine städtebauliche Perspektive im östlichen Teil Pichlings vorwegnehmen.
Unabhängig vom weiteren Prozedere der Straßenbahnverlängerung kündigt Verkehrsreferent Luger die Vorstellung eines Verkehrskonzeptes für das östliche Pichling an.
2. Sinnvolle Straßenbauten
4. Donaubrücke mit Tunnel / Westring:
Der Bau einer vierten Donaubrücke mit Tunnelanlagen (Westring) bietet eine Chance zur Verkehrsentlastung für die Innenstadt und Möglichkeiten zur neuen Verkehrsführung auf den bisherigen innerstädtischen Einbahnachsen (Humboldtstraße und Dinghoferstraße). Damit verbunden ist eine Aufwertung der Wohnviertel im Nahbereich dieser Verkehrsachsen. Besonders das derzeit stark vom Durchzugsverkehr belastete Neustadtviertel kann davon profitieren. Im Zuge der derzeit laufenden Prüfungen im Rahmen der Umweltverträglichkeit dieses Projektes ist die Berücksichtigung der Einwendungen der Stadt Linz von Bedeutung.
Autobahnanschluss Universität
Das zweite große Verkehrsprojekt zur Entlastung der BewohnerInnen ist der Autobahnanschluss Universität. Er würde für die BewohnerInnen des Auhof-viertels wesentliche Erleichterungen bringen. Anfang dieses Jahres hat der Gemeinderat den Beschluss für eine Vereinbarung zwischen Asfinag, Land Oberösterreich und Stadt Linz gefasst, der den Anteil der Stadt Linz mit 2,5 Millionen Euro begrenzt. Für den Autobahnanschluss wäre es wünschenswert, dass das ausständige UVP-Verfahren so bald wie möglich durchgeführt wird. Für die Einleitung des Verfahrens sind noch einige Punkte (Berechnungen der Lärmemissionen, Bodengutachten etc.) offen.
3. Neue Verkehrskonzepte für die Innenstadt, die Neue Heimat, für Urfahr und Pichling sowie für den Frachtenbahnhof
In den Stadtteilen, die überwiegend als Wohngegenden genützt werden, steht das Thema der Verkehrsberuhigung im Mittelpunkt der Überlegungen. Daneben gilt es, zur Erhöhung der Sicherheit der schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen von der Bevölkerung gewünschte Schutzwegprojekte zu realisieren.
So genannte Begegnungszonen wie entlang der Klosterstraße oder der Herrenstraße werden aufgrund der positiven Erfahrungen verstärkt realisiert werden.
Die Errichtung zusätzlicher Bewohnertiefgaragen soll durch ein neues Fördermodell des Landes Oberösterreich unterstützt werden. Derzeit zeichnet sich die Errichtung folgender Projekte ab:
Tiefgarage Leonfeldner Straße 89 - 93
Die GWG beabsichtigt noch heuer mit der Errichtung von 132 Tiefgaragenplätzen für BewohnerInnen an der Leonfeldner Straße 89 bis 91 zu beginnen. Mit der Fertigstellung kann Mitte 2011 gerechnet werden. Ein späterer Ausbau auf 200 Parkplätze ist bei Bedarf jederzeit möglich.
Ferihumerstraße: 56 Stellplätze in Planung
Den BewohnerInnen an der Ferihumerstraße fehlt es generell an Parkplätzen, nicht nur dann, wenn der Urfahraner Jahrmarkt veranstaltet wird. Die Neue Heimat plant eine Tiefgarage mit 56 Parkplätzen zwischen den Hochhäusern gegenüber dem Peuerbach-Gymnasium.
Vierthalerstraße beim Bulgariplatz: 72 Stellplätze in Planung
An der Vierthalerstraße sollen 72 Parkplätze in einer Bewohnertiefgarage den Parkplatzmangel rund um den Bulgariplatz verringern.
Avenariusweg und Kreßweg am Bindermichl: 112 Parkplätze in Planung
Die WAG plant am Avenariusweg 42 Bewohnerparkplätze, für das Projekt gibt es bereits eine Baubewilligung. Ein weiteres Tiefgaragenprojekt der WAG ist am Kreßweg mit 70 Parkplätzen vorgesehen.
Stadtteilverkehrskonzepte
In einzelnen Stadtgebieten bzw. Stadtteilen ist es notwendig, neue Verkehrs-konzepte zu erstellen. Dabei stehen die Verkehrsberuhigung und die Erhöhung der Lebens- und Wohnqualität im Mittelpunkt. Besondere Priorität besitzen in diesem Zusammenhang die Innenstadt, die Neue Heimat, der Stadt-teil Pichling sowie das Urfahraner Zentrum.
Des weiteren wird es darum gehen, die Anbindung des Neubaugebietes Frachtenbahnhof an das Franckviertel und die Wiener Straße zu konzipieren. Eine diesbezügliche Studie wird von Vizebürgermeister Luger bis zum Frühjahr 2010 der Öffentlichkeit präsentiert werden.
4. Rasche Entscheidungen sind gefragt
Neue Verkehrslösung für den Hinsenkampplatz
Einer raschen Entscheidung will Verkehrsreferent Luger die Verkehrslösung rund um den Hinsenkampplatz zuführen. Vor allem sollen die FußgängerIn-nen zurück an die Oberfläche geholt werden. Die Durchlässigkeit des Ost-West-Verkehrs bei gleichzeitiger Entlastung für die Kaarstraße und die Hauptstraße sind weitere Ziele des Projektes. Laut Luger soll die vorliegende Projektstudie den Gemeinderatsfraktionen bereits im ersten Verkehrsaus-schuss präsentiert werden. Nach Abschluss der Meinungsbildung sollte ein Grundsatzbeschluss im Jänner-Gemeinderat möglich sein.
Nibelungenbrücke
Bis Frühjahr 2010 soll auch die Frage des Radverkehrs über die Nibelungen-brücke geklärt sein. Vizebürgermeister Luger wird den Verkehrsausschuss mit Lösungsmöglichkeiten befassen, um ein Projekt zur Verbesserung der derzeitigen Situation zur Realisierung zu bringen
5. Verkehrssicherheit und Förderung des Radverkehrs
Ein besonderes Augenmerk wird in den kommenden sechs Jahren auf die Förderung der Verkehrssicherheit gelegt werden. Dem neuen Verkehrsrefe-renten liegen zahlreiche Bevölkerungswünsche für Fußgängerübergänge vor. Luger nennt als einen seiner ersten Schwerpunkte, „diese Liste möglichst rasch abzuarbeiten“.
Das Radwegenetz wird nach den bisherigen Kriterien vor allem im Hinblick auf den Lückenschluss erweitert werden.
6. Ausbau von Stromtankstellen in Linz forcieren
Der Preisschub bei den Energieträgern hat deutlich vor Augen geführt, dass Alternativen zum Verbrennungsmotor notwendig werden. Laut ExpertInnen gehört dem Elektroantrieb auf Grund seiner weitestgehenden Emissionsfreiheit die Zukunft.
Die Stadt Linz fördert daher nicht nur den Ankauf von Elektromobilen, sondern tritt auch für die Errichtung von Stromtankstellen für diese umwelt-freundlichen Fortbewegungsmittel ein. So haben bereits einige Wohnbauprojekte in den Planungen Stromtankstellen in den Tiefgaragen berücksichtigt.
Auch die stadteigene LINZ AG geht bei der Errichtung von Stromtankstellen beispielgebend voran. So wurden seit Anfang dieses Jahres an zentralen Standorten im Linzer Stadtgebiet Stromtankstellen errichtet. An diesen so genannten E-Ladestationen können E-Fahrzeuge kostenlos „aufgetankt“ werden.
Derzeit gibt es bereits insgesamt 12 Stromtankstellen beim Parkbad, beim Neuen Rathaus, beim LINZ AG Center Wienerstrasse, bei der Universität (Bau D), beim WIFI, beim Hauptbahnhof und beim PRO-Kaufhaus in Urfahr. Dieses Netz soll in den kommenden Monaten kontinuierlich erweitert werden.






















